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Reisen – David Not Jacob

David Not Jacob

Ein Blog über Reisen,
Fotografie, Design und Persönliches
von David Jacob

Marrakech — Aït-Ben-Haddou — Ouarzazate

Wir wussten ja nicht genau auf was wir uns da einließen.
In die Sahara wollten wir. Mal auf einem Dromedar reiten, vielleicht eine Runde Sandboarden und eine Nacht im Zelt verbringen.
Was wir vor allem bekamen war eine (Bus)fahrt.

Eine 3-tägige Tour sollte uns in die westlichen Ausläufer der Sahara führen. Von Marrakech aus, also genau ein mal durch halb Marokko.

Pünktlich um 7 wurden wir vom schweigsamen Abholmenschen am Hotel abgeholt. Dieser führte uns durch die menschenleeren Gassen zu einer Tankstelle an der mehrere Kleinbusse warteten, die wir in den nächsten Tagen nur noch selten sahen. Der Fahrer unseres Busses legte eine Tempo an den Tag, mit dem die anderen Busse nicht mal mehr im Rückspiegel zu sehen waren und wir beinahe durch die letzte Reihe geflogen wären. Wäre das denn gegangen. Wir fühlten uns schon wie die großen Gewinner der Sitzplatzlotterie, nachdem wir uns zu dritt die hinterste 4er Reihe gesichert hatten. Kurz nach der Abfahrt stoppten wir jedoch um eine weitere Mitfahrerin einzuladen, die den letzten leeren Platz im Bus in unserer Reihe belegte. Selten saß ich unbequemer. Nicht so schlimm dachte ich mir, wir verbringen in den nächsten 3 Tagen ja höchstens 42 Stunden im Bus.

Entschädigt wurden wir ab und an mit atemberaubenden Fotostops im Atlasgebirge.

 

 
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September

Marokko. Schwaben. Herbst. Arbeit. The Boxer Rebellion. Union. Eine Katastrophe namens »Bundestagswahl«. sehen und ernten. Herbst.

Marrakech

 

 

Bei unserer Ankunft in Marrakech erblicken wir beim Verlassen des Bahnhofs eine Infotafel. Sie zeigt an, was das Körpergefühl auf dem schattenlosen Bahnhofsvorplatz bereits erahnen lies: 44°C. Wie jedes Mal, beginnen die Verhandlungen um einen fairen Preis mit einem Taxifahrer. Und auch dieses Mal springt für unseren Chefunterhändler Flo ein klarer Sieg heraus. Selbst der Taxifahrer lacht ob seiner Chancenlosigkeit. Leider macht Flo seinen gewonnen Respekt direkt nach dem Einsteigen zunichte, als er nach dem Gurt greift, um sich anzuschnallen. Ein Glück kann ihn der Fahrer abhalten. Viel zu gefährlich wär das nämlich. Dieses Mal lacht der Fahrer Flo aus.

Nach den spartanischen Unterkünften der vorherigen Nächte entscheiden wir uns, für unseren Aufenthalt in Marrakech ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen. Ein im Reiseführer empfohlenes Riad gefällt uns sehr gut, sodass wir entscheiden dort zu bleiben. Sogar ein kostenloses Frühstück und einen kleinen Abschlag beim Zimmerpreis können wir noch heraushandeln. 580 Dh, also etwas unter 58€ pro Nacht/Zimmer.

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August

Wohnung weiter einrichten. Stuttgart. SMS. Red Bull. Union. Training. Köln. Marokko.

Casablanca

Casablanca, soviel gibt es da gar nicht zu schreiben. Abgesehen von der eindrucksvollen Hassan-II.-Moschee und einem Stadtteil mit schönen Art déco Häuserfassaden ist Casa nicht besonders sehenswert. Diese beiden Sehenswürdigkeiten sind aber Grund genug einen Tag dort zu verbringen. Wir ließen es also ruhig angehen und schlenderten nach der Abarbeitung unseres Programms durch die Straßen und fassten den Beschluss noch ein Hamam zu besuchen.

 

 

 
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Rabat

Ich zitiere für den Bericht aus Rabat einfach mal großzügig aus unserem Reisetagebuch. Wir haben uns nämlich entschieden unsere Erlebnisse und Gedanken täglich in einem kleinen Heftchen festzuhalten. Die Berichte sind im Endeffekt tatsächlich eine schöne Sammlung von (ironischen/sarkastischen) Zusammenfassungen unseres Trips geworden.

Der Zug ist gut gefüllt, überzeugte jedoch mit Klimaanlage und geräumigen 8-Abteilen. Landschaftlich ging es von Hui nach Pfui, aus grün wurde gelb-braun und karg. Die Marokkaner sind sparsame Menschen. So sparen sie sich die Ansagen im Zug, genauso wie übermäßig viele Schilder an Bahnhöfen. Dafür sind die LED Tafeln im Zug umso informativer, denn auf ihnen steht während der gesamten Fahrt der Name des Zugunternehmens, mit dem man unterwegs ist: ONCF.

Angekommen in Rabat herrscht sofort ein anderes Flair. Wir befinden uns in der Hauptstadt und dazu noch im »Ville Novelle«, dem neuen Stadtviertel. Ein kleiner Fußmarsch führt uns vorbei an den schönen Fassaden der Hauptpost und des Geldmuseums. Auch Straßenbuchhändler und blinde Taschentuchverkäufer begegnen uns auf dem Weg zum Beginn der Medina, wo sich unser billig Hotel befindet. Wir bekommen ein drei Bett Zimmer für 210 Dh, umgerechnet ca. 21€. Es gibt keine Fenster und die Gruppentoilette ist ein Loch im Boden. Zum Glück sind die Betten aus Stein gemeißelt.

Wir begeben uns in die Stadt und landen im Restaurant de la Libération, welches vorallem einfache einheimische Küche zu Spottpreisen anbietet. Ein Gericht für 3,30€ und Tee für 40 Cent sind bis jetzt nicht zu unterbieten. Jaco’s Hähnchen sieht zwar aus wie Roadkill, dafür gibt es bei Anton jedoch leckeres Cordon Bleu. Der unschlagbarer Preis ermutigt uns zu einer Rückkehr zu späterer Stunde. Der anschließende Weg zum Meer führte uns über den wohl größten Friedhof der Welt, der gleichzeitig als Müllverbrennungsanlage zu dienen scheint. Wir sehen zum ersten Mal das Meer. Es ist ein tolles Gefühl.

 

 

 
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Fès

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber fast jedes Mal, wenn ich in einem fremden Land den Flughafen verlasse, frage ich mich was ich mir da wieder eingebrockt habe. Die Temperatur ist 20° höher oder niedriger als vor dem Abflug in Berlin, dann wird man spätestens auf der Suche nach einem Taxi mit der völlig anderen Mentalität der Menschen konfrontiert und die Verständigung ist meist eher noch holprig. Spätestens aber, wenn man dann das Gepäck in der Unterkunft abgeladen hat und frisch geduscht die erste Runde durch die umliegenden Straßen macht, legt sich das wieder und die neuen Eindrücke werden immer positiver. So ging es mir auch dieses Mal wieder am ersten Tag in Marokko. Nach dem ersten Minztee im Hotel war die Welt wieder in Ordnung und die Vorfreude auf die kommenden Tage groß.

 

 
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Endlich wieder zu Hause

Es ist so: Ich liebe es zu reisen. Es gibt unglaublich viele Orte zu entdecken und Kulturen kennenzulernen. Aber spätestens nach 2/3 der Reise freue ich mich jedes mal unglaublich doll bald wieder nach Hause zurückzukehren. Idealerweise kann ich es gar nicht mehr erwarten wieder mit dem Arbeiten zu beginnen. Im Endeffekt mag ich wohl mein Umfeld und meine eigenen vier Wände doch zu sehr, als dass ich allzu lang von dort weg sein wollen würde. Eigentlich auch logisch schließlich richtet man sich ja so ein, wie es einem gefällt.

Samstag Nacht landeten wir sehr sanft in Berlin Schönefeld, nachdem wir zuvor 2 1/2 Wochen Marokko bereisten. Wir, das waren Flo, Anton und ich. Ende August flogen wir von Düsseldorf nach Fes. Dort verbrachten wir 2 Tage und begaben uns anschließend auf eine kleine Rundreise, die uns in die Hauptstadt Rabat, nach Casablanca und Marrakesch führen sollte. Von dort verschlug uns eine dreitägige Odyssee in die westlichen Ausläufer der Sahara. Zurück in Marrakesch machten wir uns auf den Weg nach Taghazout, ein kleines Fischerdorf 15km nördlich von Agadir und gleichzeitig Surfmekka für Menschen aus aller Welt. Während wir dort die letzte Woche verbrachten, packte mich in den letzten Tagen die eben beschriebene Vorfreude nach Berlin zurückzukehren.

Eine besondere Rolle dürfte diesmal die verheerende Hygiene in Marokko gespielt haben. Es stank meistens barbarisch aus dem Abfluss, die Straßen waren vollgemüllt ohne Ende und von öffentlichen Toiletten muss man ja gar nicht erst anfangen. War man zuvor schonmal in einem Entwicklungsland, ist das natürlich keine Überraschung. Schade ist es trotzdem, wenn sich selbst in den schönsten Ecken der Müll türmt und es dementsprechend stinkt. Nur wem soll man dafür einen Vorwurf machen? Mülleimer gibt es nur sehr spärlich, eine funktionierende Müllabfuhr auch nicht, sodass der Müll am Straßenrand verbrannt wird und die Schulbildung wird im Bezug auf solche Themen, vermutlich auch stark zu wünschen übrig lassen. Am ehesten trifft wohl (korrupte) Politiker eine Schuld, die kein Interesse daran haben, die Verhältnisse in denen die Bevölkerung dadurch lebt merklich zu verbessern. Und trotzdem finde ich es befremdlich, dass nicht aus Eigeninitiative Lösungen entstehen. Schließlich finden die Menschen in solchen Entwicklungsländern auf diesem Weg für so viele Probleme einen Ausweg.
Womöglich bin ich durch diese Problematik sogar auf das Thema meiner Bachelorarbeit gestoßen. Dazu vielleicht an anderer Stelle mehr.

Nun sitze ich jedenfalls wieder an meinem Schreibtisch im herbstlichen Berlin und freue mich hier in den nächsten Tagen Fotos und weitere Eindrücke von unserer tollen Reise mit euch zu teilen.