David Not Jacob

Ein Blog über Reisen,
Fotografie, Design und Persönliches
von David Jacob

Verspätet aus Shanghai

Und schon ist es passiert. In der zweiten Woche des Jahres habe ich es nicht geschafft meinen geplanten wöchentlichen Blogpost zu veröffentlichen. Ein Beinbruch ist es aber nicht, denn es ging mir ja nie um wöchentlichen Rhythmus, sondern eher um den Impuls öfter etwas zu machen. Ich sitze gerade im Flieger von Shanghai nach Tokyo insofern ist jetzt ohnehin ein sehr guter Zeitpunkt, um die ersten Tage meiner Reise zusammenzufassen.

Am Donnerstag machte ich mich mit Christian auf den Weg nach China, wo Karl aktuell seinen Master macht. In Shanghai eben, genauer gesagt. Über Tokyo reisen wir in ein paar Tagen weiter nach Hakuba in der Nähe von Nagano. Hakuba ist ein Wintersportgebiet und wir versprechen uns hier die besten Tiefschneehänge, die unsere Boards je gesehen haben. Zum Abschluss werde ich mit Karl dann noch für drei Tage nach Kyoto fahren und von dort dann zurück nach Berlin fliegen.

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Jetzt bietet sich aber noch ein kleiner Rückblick auf unsere Zeit in Shanghai an. Ich hatte ehrlich gesagt nicht allzu große Erwarten an diese unfassbar riesige Stadt. Meine Vermutung war, dass es in etwa so ähnlich wie in Hong Kong sein würde, wo ich vor einigen vielen Jahren mal war. Ein bisschen rougher und weniger international erwartete ich Shanghai allerdings. Nun war ich aber in Hong Kong bevor es Smartphones gab, vor über 10 Jahren also, weshalb meine Erfahrungen und Erinnerungen wohl nur bedingt vergleichbar waren. Ich muss sagen Shanghai hat mich ganz schön positiv überrascht. Die Stadt bietet eine Menge zu entdecken und ist auf eine sehr interessante Art und Weise so ganz anders als z.B. Berlin oder London. Nach ein paar Tagen hat man außerdem das Gefühl, in Europa in einer technisch enorm rückständigen Gesellschaft zu leben. China ist uns nicht nur einen Schritt voraus. Auch wenn natürlich klar ist, dass die vielen technischen Annehmlichkeiten, im Blick auf die hiesige Regierung kritisch zu sehen sind. Man kann sich gut ausmalen welche Möglichkeiten für eine staatliche Überwachung und Kontrolle es ermöglicht, dass wirklich alles und überall mit dem Smartphone bezahlt, gemietet und gesteuert wird.

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Eines von vielen Fotos, um die wir gebeten wurden

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Unsere erste Station, der schöne Yu Garden

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Es hat mich aber auch überrascht, wie ruhig die Stadt stellenweise war, was unter Anderem sicher an den vielen Elektroautos, -bussen und -rollern liegt, die in den Straßen fahren. Und auch Mietfahrräder sind in absurden Massen vorhanden und werden viel genutzt. Die Straßen sind auch sehr sauber und keineswegs verschmutzt, wie mein Bild von China ehrlich gesagt war. Obwohl hier vermutlich auch ein starker Kontrast zwischen Großstädten, wie Shanghai und den ländlichen Gegenden besteht.

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Wie froh ich im Nachhinein bin mir diese Jacke kurz vor dem abflug gekauft zu haben. Es ist eisig kalt gewesen in Shanghai.

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Eine weitere Auffälligkeit war für mich außerdem, dass beinahe alle Menschen vernünftig bis sehr gut gekleidet sind. Ich meine das eher im geschmacklichen Sinne, als im preislichen. Es gibt sehr wenige völlig schiefgegangene Outfits, wie man sie anderswo alle paar Meter sieht. Und ich muss zugeben, dass die Atemmasken, die zu Beginn ja recht absurd anmuten, doch auch ihren Charme haben. Besonders jüngere Menschen tragen nicht die klinisch wirkenden weißen sondern z.B. komplett schwarze Fashion Editions, die dann perfekt ins futuristische Streetwear-Outfit integriert sind.

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Die großen Drei

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Für mich persönlich habe ich mal wieder die Erfahrung gesammelt, dass ich mich nicht so recht entscheiden konnte, ob ich nun Vloggen, Fotografieren, Instagram Stories oder sonst was machen will, wodurch alles half-assed wird und ich unzufrieden bin. Ich habe zwar auf alles Lust, einfach weil mir diesen visuellen Dokumentationsformen alle Spaß machen und ich gern Eindrücke teilen möchte, aber ich glaube ich muss mir da in Zukunft klarer drüber werden und mich mehr auf eine Option fokussieren. Da ich alles gemacht habe, kann ich hier jetzt aber ein paar Bilder zeigen, auf Instagram direkt ein paar Highlights teilen und demnächst auch einen Vlog aus Shanghai veröffentlichen. An einem zweiten Video bin ich glaube ich grandios gescheitert, aber da muss ich erst noch das Material sichten. Gelernt habe ich daraus aber mal wieder in jedem Fall. Wenn man sich kreativ weiterentwickeln will, muss man am Ende des Tages eben einfach mal die Komfortzone verlassen. Ich bin allerdings hin und hergerissen, ob ich das auch in Zukunft im Urlaub machen möchte.

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Der häßliche aber beeindruckende Pearl Tower

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