{"id":6083,"date":"2017-04-02T15:17:24","date_gmt":"2017-04-02T14:17:24","guid":{"rendered":"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/?p=6083"},"modified":"2017-04-02T16:03:17","modified_gmt":"2017-04-02T15:03:17","slug":"david-wie-laufts-eigentlich-mit-workeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/2017\/04\/david-wie-laufts-eigentlich-mit-workeer\/","title":{"rendered":"\u00abDavid, wie l\u00e4ufts eigentlich mit Workeer?\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Diese Frage wurde mir in letzter Zeit immer \u00f6fter gestellt, ein guter Anlass also mal ein wenig dar\u00fcber zu schreiben, was in den letzten Monaten so passierte und wie es in Zukunft weitergehen wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6085\" aria-describedby=\"caption-attachment-6085\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"small wp-image-6085\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/pra\u0308sentation.jpeg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/pra\u0308sentation.jpeg 960w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/pra\u0308sentation-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6085\" class=\"wp-caption-text\">27.07.2015, Abschlusspr\u00e4sentation an der HTW<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wie alles begann<\/strong><br \/>\nWie die meisten von euch, die hier mitlesen, sicher noch vage in Erinnerung haben, habe ich zusammen mit <a href=\"https:\/\/philipp-kuehn.com\/\">Philipp<\/a> im Fr\u00fchling und Sommer 2015 <a href=\"https:\/\/workeer.de\/\">Workeer, die erste online Jobb\u00f6rse f\u00fcr Gefl\u00fcchtete<\/a> entwickelt und Ende Juli gelauncht. In der Folge brach eine Welle von (Medien)Aufmerksamkeit \u00fcber uns herein, der wir <del datetime=\"2017-02-19T22:03:27+00:00\">kaum<\/del> nicht gewachsen waren. Eigentlich eine gro\u00dfartige Sache, da wir sehr viele Menschen erreichten, was unserer frischen Plattform enorm beim Start half. Aber es gab ein Problem: Philipp startete nach dem Bachelor in die Selbstst\u00e4ndigkeit mit <a href=\"https:\/\/ueberdosis.io\/\">\u00dcberdosis<\/a>, ich hatte bereits meinen Vertrag bei <a href=\"https:\/\/www.edenspiekermann.com\/\">Edenspiekermann<\/a> unterschrieben. Eigentlich keine Zeit also f\u00fcr ein eigenes Start-Up.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_6095\" aria-describedby=\"caption-attachment-6095\" style=\"width: 3264px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"huge wp-image-6095\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-30.07.15-14-49-15-1.jpg\" alt=\"\" width=\"3264\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-30.07.15-14-49-15-1.jpg 3264w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-30.07.15-14-49-15-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-30.07.15-14-49-15-1-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 3264px) 100vw, 3264px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6095\" class=\"wp-caption-text\">4 Tage sp\u00e4ter, ARD Tagesschau Interview<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den zwei Wochen zwischen Abschlusspr\u00e4sentation und Arbeitsbeginn f\u00fchrten wir unz\u00e4hlige <a href=\"https:\/\/www.fluxfm.de\/matteo-capreoli-workeer-verlosungen-morningshow-am-nachmittag\/\">Radio-<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5218883\/\">Zeitungs-<\/a> und <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/fluechtlingskrise-der-schnellere-weg-zum-job\">Fernsehinterviews<\/a>, telefonierten mit allen m\u00f6glichen Menschen bez\u00fcglich m\u00f6glicher Kooperationen und bekamen t\u00e4glich sicher mindestens hundert E-Mails. Und nat\u00fcrlich versuchten wir auch noch einige dringend notwendige Verbesserungen an Workeer umzusetzen.<\/p>\n<p>Wir waren allerdings \u00fcberhaupt nicht auf diese Situation vorbereitet und hatten \u00fcberhaupt nicht die Strukturen, um das aufzufangen oder direkt ein gr\u00f6\u00dferes Team aufzubauen, weshalb wir gef\u00fchlt jeden Tag versuchten ein brennendes Haus mit einem Glas Wasser zu l\u00f6schen. Dementsprechend lie\u00dfen wir viele Mails unbeantwortet und tolle M\u00f6glichkeiten verstreichen.<\/p>\n<p><strong>Verpasste Chancen<\/strong><br \/>\nUnd hier bin ich auch gleich am Anfang schon bei dem Aspekt, der am meisten Reue bei meinem R\u00fcckblick auf die bisherige Geschichte von Workeer verursacht. Wir haben so verdammt gute Chancen liegen lassen. Man stelle sich vor wir h\u00e4tten in den ersten Tagen eine Crowdfundingkampagne aufgesetzt, um die Weiterentwicklung zu finanzieren. Oder h\u00e4tten wir auf die E-Mails von Unternehmen reagiert, die uns finanziell oder im Rahmen von Kooperationen unterst\u00fctzen wollten. H\u00e4tten wir wenigstens direkt jemanden mit einem Wirtschaftshintergrund ins Team geholt, der sich zumindest mal um die Gr\u00fcndung eines formalen Unternehmens gek\u00fcmmert h\u00e4tte \u2026<br \/>\nUnd auch einige Mails mit Kooperations- oder Unterst\u00fctzungsanfragen, die wir nicht bearbeiten konnten, h\u00e4tten wir irgendwie noch beantworten sollen. In den folgenden Monaten sind daraus zum Teil Parallel- oder Konkurrenzplattformen entstanden. Wir hatten nur einfach nicht f\u00fcr diese Situation geplant und haben es nicht hinbekommen. Am deutlichsten wird es eigentlich daran, dass ich beispielsweise in einem Interview bei <a href=\"https:\/\/www.fluxfm.de\/matteo-capreoli-workeer-verlosungen-morningshow-am-nachmittag\/\">Flux FM<\/a> auf die Frage, ob wir denn f\u00fcr die Zukunft nicht auch finanzielle Unterst\u00fctzung br\u00e4uchten, antwortete, dass wir das erst einmal nicht denken und eigentlich ja auch nur die geringen laufenden Kosten der Server h\u00e4tten. Und so wie dort, lie\u00dfen wir auf noch viel gr\u00f6\u00dferen Plattformen, wie dem ZDF Morgenmagazin z.B. die M\u00f6glichkeit aus bekannt zu machen, dass wir f\u00fcr die Zukunft Geld brauchen. Und dar\u00fcber \u00e4rgere ich mich jetzt nicht, weil wir mit Workeer privat reich werden wollten, sondern weil wir sonst noch viel mehr unseres Potenzials h\u00e4tten entfalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6133\" aria-describedby=\"caption-attachment-6133\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"small wp-image-6133\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-06.08.15-08-15-11-1.jpg\" alt=\"Processed with VSCO with hb1 preset\" width=\"1280\" height=\"851\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-06.08.15-08-15-11-1.jpg 1280w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-06.08.15-08-15-11-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-06.08.15-08-15-11-1-1024x681.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6133\" class=\"wp-caption-text\">Periscopen in aller Herrgottsfr\u00fche vor dem ZDF:moma<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nach dem Abschluss<\/strong><\/p>\n<p>Nach zwei sehr bewegten Wochen infolge des Launches wurde Workeer dann auch noch unweigerlich zum Nebenprojekt, obwohl der Arbeitsumfang das eigentlich nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht zulie\u00df.Wir versuchten es trotzdem weiter. Telefonate, Interviews und kurze Treffen in der Mittagspause; E-Mails beantworten und die Plattform weiterentwickeln nach Feierabend. Das war nat\u00fcrlich erstens furchtbar anstrengend, zweitens aber auch nicht sonderlich produktiv. Wir schafften in diesem Setup logischerweise nicht die gro\u00dfen Schritte, die w\u00fcnschenswert und n\u00f6tig gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund trafen wir Ende 2015 die Entscheidung, dass wir unbedingt versuchen m\u00fcssen ein kleines Team aufzubauen, um der Situation etwas Herr zu werden, denn das Interesse war ungebrochen hoch. Unterst\u00fctzung bekamen wir dabei von <a href=\"https:\/\/kiron.ngo\/\">Kiron Open Higher Education<\/a>. Einem sozialen Startup, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Gefl\u00fcchteten den Zugang zu Hochschulbildung zu erm\u00f6glichen und seitdem zu unserem st\u00e4rksten Partner und Unterst\u00fctzer geworden ist. Mithilfe von Kiron wuchs unser Team erstmals an und wir konnten erste Strukturen aufsetzen. Zum ersten Mal gab es so etwas wie ein Team, dass sich um Workeer k\u00fcmmerte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6128\" aria-describedby=\"caption-attachment-6128\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"small wp-image-6128\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-25.05.16-21-17-29-1.jpg\" alt=\"Processed with VSCO with hb1 preset\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-25.05.16-21-17-29-1.jpg 1280w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-25.05.16-21-17-29-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-25.05.16-21-17-29-1-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6128\" class=\"wp-caption-text\">Teammeeting<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und trotzdem, mit Philipp und mir als Initiatoren des Projekts und Verantwortliche f\u00fcr die Weiterentwicklung von Workeer, also dem Produkt im Zentrum des Projekts in Vollzeitjobs, waren weiterhin keine gro\u00dfen Spr\u00fcnge bei der Produktentwicklung m\u00f6glich. Genau das, sollte ja aber eigentlich der Fokus sein. Zus\u00e4tzlich erschwert wurde die funktionale Weiterentwicklung durch den Umstand, dass wir die Plattform im Bachelor ziemlich Quick &amp; Dirty umgesetzt haben. Wir wollten in der kurzen Zeit auf jeden Fall etwas online bringen und nicht nur beim Konzept oder Clickdummy bleiben. Workeer basierte dadurch auf WordPress, was damals die beste Option f\u00fcr uns war, die Plattform schnell hochzuziehen, f\u00fcr die weitere Entwicklung aber unheimlich viele H\u00fcrden mit sich brachte. Der n\u00e4chste unumg\u00e4ngliche Schritt, um mit Workeer weiterzumachen war also die Plattform von Grund auf neu aufzusetzen. Das ist nat\u00fcrlich nichts was man nebenbei macht, sondern als Vollzeitjob. Da wir bis hierher aber weder finanzielle Mittel, noch \u00fcberhaupt eine eigene Rechtsform hatten, bestand f\u00fcr uns nicht die Option unsere Jobs auf Eis zu legen, denn von irgendwas m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich auch unsere Mieten zahlen.<\/p>\n<p><strong>Cash rules everything around me aka Der finanzielle Struggle<\/strong><br \/>\nEine der Schwerpunkte unserer Bem\u00fchungen damals war also auch, auszuloten auf welchem Wege wir kurz- und mittelfristig eine Finanzierung auf die Beine stellen konnten, die f\u00fcr uns pers\u00f6nlich eine seri\u00f6se Planung der n\u00e4chsten Monaten zulassen w\u00fcrde. Und das gestaltete sich schwierig. Bis heute sto\u00dfen wir bei allen Stiftungen und staatlichen Stellen auf verschlossene T\u00fcren. Das Projekt finden immer alle mega, super, wichtig, toll, aber substanzielle Unterst\u00fctzung kann oder m\u00f6chte dann niemand leisten. Den Anfang einer Reihe von Entt\u00e4uschungen machte Dilek Kolat, die damalige Berliner Senatorin f\u00fcr Integration, Soziales und Frauen. Zusammen mit der rbb Abendschau <a href=\"https:\/\/www.berlinonline.de\/lichtenberg\/nachrichten\/4147973-4015958-kolat-besucht-workeer-eine-jobboersenpla.html\">besuchte sie Philipp und mich<\/a>, versprach uns vor laufender Kamera und im 8-Augen Gespr\u00e4ch im Anschluss finanzielle Unterst\u00fctzung, ohne das diese dann im Nachhinein jemals real wurde. Stiftungen sagten uns bisher ab, weil sie entweder gerade keine Projekt f\u00fcr Gefl\u00fcchtete f\u00f6rdern oder wir schon zu weit sind. Was \u00fcbrigens auch der Grund war, warum wir bereits bei zwei Gr\u00fcnderwettbewerben von der Jury nicht ausgew\u00e4hlt wurden, bei denen wir kleinere Geldbetr\u00e4ge im 4 bis 5-stelligen Bereich h\u00e4tten gewinnen k\u00f6nnen. Jedes Mal h\u00e4tten wir das Geld dringen gebrauchen k\u00f6nnen, bekamen es aber nicht weil es bei uns nach Juryeinsch\u00e4tzung keinen Impact mehr h\u00e4tte. Dabei hatten wir quasi nie Geld und h\u00e4tten jeden Cent gebrauchen k\u00f6nnen.<br \/>\nDiese Absagen waren f\u00fcr mich jedes Mal aufs Neue die h\u00e4rtesten R\u00fcckschl\u00e4ge. Man investiert viel Zeit und Energie in Projektantr\u00e4ge oder Wettbewerbe anstatt an seiner eigentlichen Mission zu arbeiten und am Ende stehen immer solche nicht nachvollziehbaren Absagen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6137\" aria-describedby=\"caption-attachment-6137\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"small wp-image-6137\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/THINK-BIG-Pro_16122016_Pitches-2016_0638-Bearbeitet.jpg\" alt=\"Think Big Pro Pitches 2016\" width=\"720\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/THINK-BIG-Pro_16122016_Pitches-2016_0638-Bearbeitet.jpg 720w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/THINK-BIG-Pro_16122016_Pitches-2016_0638-Bearbeitet-300x127.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6137\" class=\"wp-caption-text\">Karl und ich pitchen beim O2 Thing Big Innovation Wettbewerb<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Jetzt oder nie<\/strong><\/p>\n<p>So vergingen gro\u00dfe Teile des letzten Jahres. Und so langsam musste eine Entscheidung her. Workeer auf Dauer so nebenbei herzuschleifen war definitiv nicht, dass was wir wollten. Mein Einjahresvertrag bei Edenspiekermann lief im August aus, sodass klar war, dass sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt eine Entscheidung \u00fcber den weiteren Weg notwendig war. Eine Entscheidung, die ich mir damals wirklich nicht leicht machte. Auf der einen Seite hatte ich die Chance bei einer tollen Agentur, mit gro\u00dfartigen Kollegen und spannenden anstehenden Projekten meinen Vertrag zu verl\u00e4ngern, auf der anderen Seite hatte ich mein eigenes Baby, mit dem wir noch so viel vorhatten und bei dem wir alles in der eigenen Hand hatten. Im Gegenzug bedeutete es daf\u00fcr aber auch eine viel gr\u00f6\u00dfere finanzielle Unsicherheit. Schlussendlich traf ich die \u201eJetzt oder nie\u201c Entscheidung f\u00fcr Workeer. Denn wer wei\u00df wie oft sich solch eine Chance bietet, ein eigenes Unternehmen aufzubauen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6125\" aria-describedby=\"caption-attachment-6125\" style=\"width: 2813px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"small wp-image-6125\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-12.08.16-09-57-25.jpg\" alt=\"Processed with VSCO with hb1 preset\" width=\"2813\" height=\"1868\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-12.08.16-09-57-25.jpg 2813w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-12.08.16-09-57-25-300x200.jpg 300w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-12.08.16-09-57-25-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2813px) 100vw, 2813px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6125\" class=\"wp-caption-text\">Gespr\u00e4ch mit der Legende\u00a0am letzten Tag bei Edenspiekermann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Entscheidung bedeutete aber auch, dass ich mich an Tag 1 nach meinem Job bei Edenspiekermann arbeitslos melden musste, denn die finanziellen Mittel, um mich zu bezahlen existierten zu diesem Zeitpunkt nicht. Ein durchaus kurioses Umstand, wenn man sich vor Augen f\u00fchrt, dass ich f\u00fcr Workeer gemeinsam mit der Bundesarbeitsministerin eine Pressekonferenz gab, wie wir Gefl\u00fcchteten hier einen chancenreichen Zugang zum Arbeitsmarkt erm\u00f6glichen wollen und dabei selbst arbeitslos war.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6122\" aria-describedby=\"caption-attachment-6122\" style=\"width: 1367px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"huge wp-image-6122\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/pk-nahles_dpa.jpg\" alt=\"pk nahles_dpa\" width=\"1367\" height=\"910\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/pk-nahles_dpa.jpg 1367w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/pk-nahles_dpa-300x200.jpg 300w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/pk-nahles_dpa-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1367px) 100vw, 1367px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6122\" class=\"wp-caption-text\">All smiles mit Andrea Nahles<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Das Rettungsboot<\/strong><\/p>\n<p>Das Jahresende 2016 war unsere Deadline. H\u00e4tten wir bis dahin finanziell nichts an Land gezogen, h\u00e4tten wir Workeer wohl beerdigen m\u00fcssen.<br \/>\nIm Herbst bot sich dann aber nochmal eine sehr gute Gelegenheit, dieses Ende f\u00fcrs Erste abzuwenden. Die HWR, HTW, UdK und Beuth Hochschule schrieben das Berliner Startup Stipendium aus, f\u00fcr welches wir uns bewarben und das wir schlussendlich auch gewinnen konnten. F\u00fcr vorerst 6, perspektivisch 12 Monate sind die Geh\u00e4lter von Philipp, Karl und mir gesichert und damit auch der grundlegende Fortbestand von Workeer. So ein richtiger Zustand ist das aber nat\u00fcrlich auch nicht, denn ein paar weitere Mitarbeiter braucht es. Denn wir wollen die Plattform selbst funktional und inhaltlich, aber auch die Organisation drum herum weiterentwickeln. Daf\u00fcr braucht es auch \u00d6ffentlichkeitsarbeit, regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt zu Arbeitgebern und Gefl\u00fcchteten, Netzwerkarbeit und vieles mehr.<\/p>\n<p><strong>Gemeinn\u00fctzigkeit my ass<\/strong><br \/>\nBisher haben wir deshalb weiterhin h\u00e4nderingend versucht eine mittel- bis langfristige Finanzierung durch Stiftungen, staatliche Stellen oder auch Corporate Sponsoring zu bekommen. Nach wie vor jedoch ohne Erfolg. Und wenn dabei nicht mal die engagierte pers\u00f6nliche Unterst\u00fctzung von Andrea Nahles hilft, dann ist der Zeitpunkt gekommen den Ansatz der Gemeinn\u00fctzigkeit zu hinterfragen. Offenbar sind wir entweder unf\u00e4hig die genannten Stellen zu \u00fcberzeugen, dass man uns f\u00f6rdern sollte oder es sprechen andere Gr\u00fcnde dagegen, die uns nicht bekannt sind oder wir nicht beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Grunde bleibt daher nun nur noch eine Option, wir werden unser eigenes Geld verdienen m\u00fcssen. Grunds\u00e4tzlich nichts Schlimmes, nur ist nat\u00fcrlich klar, dass eine Monetarisierung von Workeer nur wenig f\u00f6rderlich f\u00fcr unsere soziale Mission sein wird. Wenn Arbeitgeber f\u00fcr ihre Stelleninserate etwas zahlen m\u00fcssen, ist das f\u00fcr eine Jobb\u00f6rse das Normalste der Welt, es wird sich aber nat\u00fcrlich trotzdem auf die Anzahl der inserierten Jobs und Arbeitgeberprofile auswirken. Der Spagat, den wir dabei hinbekommen m\u00fcssen ist der zwischen finanzieller Nachhaltigkeit und maximalem sozialem Impact.<\/p>\n<p><strong>Make it or break it<\/strong><br \/>\nAb morgen, dem 03. April 2017, werden wir deshalb ein Bezahlmodell auf Workeer einf\u00fchren. Die jetzt kommenden Wochen werden also \u00fcber die Zukunft von Workeer entscheiden. Ich bin hoffnungsvoll optimistisch, dass wir auf diesem Weg eine nachhaltige Grundlage f\u00fcr die Plattform schaffen k\u00f6nnen. Klar ist aber auch, wenn sich zeigt, dass auf Seite der Arbeitgeber keine gen\u00fcgende Bereitschaft besteht f\u00fcr Stelleninserate zu zahlen, wird sich das Thema Workeer f\u00fcr uns ziemlich schnell erledigt haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6139\" aria-describedby=\"caption-attachment-6139\" style=\"width: 3264px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6139 size-full\" src=\"http:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-14.05.16-17-03-10-1.jpg\" alt=\"Processed with VSCO with m5 preset\" width=\"3264\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-14.05.16-17-03-10-1.jpg 3264w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-14.05.16-17-03-10-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/david-jacob.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-14.05.16-17-03-10-1-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 3264px) 100vw, 3264px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6139\" class=\"wp-caption-text\">Hans, Philipp, Karl und ich diskutieren, wie es weitergeht mit Workeer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zweifeln tun wir am Weg, den wir jetzt einschlagen schon deshalb trotzdem nicht, weil wir im Prinzip gar keine andere Wahl mehr haben. Und sollte es am Ende nicht klappen und wir Workeer in dieser Form nicht mehr weitermachen k\u00f6nnen, dann w\u00fcrde ich pers\u00f6nlich trotzdem nie die Entscheidung bereuen, es gewagt zu haben, Workeer zu meinem Vollzeitjob gemacht zu haben.<\/p>\n<p>Denn die Einf\u00fchrung eines Bezahlmodells ist nur die n\u00e4chste, in einer langen Reihe von sehr wertvollen Erfahrungen, die ich als Mitgr\u00fcnder und Kopf eines solchen Projekts sammeln konnte. Besonders aus Designsicht, da ich zusammen mit Philipp und Hans den Gro\u00dfteil der Verantwortung daf\u00fcr trage, wie es mit der Plattform als Produkt weitergeht. Genauso aber nat\u00fcrlich auch das ganze Drumherum, also das Aufbauen und Leiten unseres Teams, das Treffen von strategischen Entscheidungen, das Netzwerken mit verschiedensten potenziellen Partner und dann noch so M\u00f6glichkeiten, wie mein TEDx Talk in M\u00fcnchen, eine Einladung zur EU nach Br\u00fcssel, eine Konferenz in Athen, die Nennung auf der Forbes 30 Under 30 Liste oder die ganzen tollen Menschen, die uns unterst\u00fctzt haben, immer noch unterst\u00fctzen und die wir durch unsere Arbeit kennengelernt haben. In Anbetracht dessen, war es bisher der absolut richtige Weg, das Risiko einzugehen und Workeer zu meinem Vollzeitjob zu machen.<br \/>\nAb morgen startet nun die mit Abstand spannendste Phase dieser interessanten Reise und ich hoffe es wird nicht die Letzte sein, schlie\u00dflich wollen wir noch viele weitere Gefl\u00fcchtete dabei unterst\u00fctzen einen Job zu finden und unsere Gesellschaft so ein kleines bisschen besser machen.<\/p>\n<p>Wer jetzt Lust bekommen hat uns dabei zu unterst\u00fctzen, kann das am einfachsten <a href=\"https:\/\/www.betterplace.org\/de\/projects\/50036-workeer-die-grosste-jobborse-fur-gefluchtete\">hier auf Betterplace<\/a> tun.<\/p>\n<p>[980]7ucC1_EbWNU[\/980]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Frage wurde mir in letzter Zeit immer \u00f6fter gestellt, ein guter Anlass also mal ein wenig dar\u00fcber zu schreiben, was in den letzten Monaten so passierte und wie es in Zukunft weitergehen wird. 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