David Jacob‘s Blog

Der Bachelor

2

Übermorgen muss ich meine Bachelorarbeit abgeben, jedenfalls dann, wenn die Zeit weiter so an mir vorbeirast, wie es in den letzten Monaten der Fall war. 2 Jahre werden nicht so lang sein, wie sie jetzt noch klingen. Grund genug ab und an mal ein paar Gedanken an die Arbeit zu verschwenden, die den Abschluss meines Studiums darstellen wird.

Vor ein paar Wochen hatten wir ja Werkschau bei uns an der HTW. Neben den Semesterarbeiten aller Jahrgänge wurden natürlich auch die Bachelorarbeiten des 8. Semesters ausgestellt. Leider habe ich es zu keiner Präsentation geschafft, aber es war auch schon ganz interessant sich die Arbeiten einfach mal so anzugucken. Und jetzt muss ich ehrlich gesagt zugeben: viele Projekte haben mich absolut nicht vom Hocker gehauen. Das gilt im Übrigen nicht nur für die Arbeiten, die ich auf der Werkschau sah, sondern auch für Andere auf bspw. Design made in Germany. Es lag nicht daran, dass die Illustrationen in einem Buch übers Angeln nicht super schön oder die Fotos in einem Fotoband nicht großartig waren. Eher dachte ich mir: Ein Buch übers Angeln? Als Bachelorarbeit? Wirklich? Es geht mir jetzt nicht darum auf diesem Buch rumzuhacken, denn wie gesagt, es war echt hübsch. Für mich steht es exemplarisch für all die Arbeiten, die meiner Meinung nach nicht den Anspruch einen Bachelorarbeit erfüllen.

Wie ich mir eine Solche vorstelle? Zum Beispiel so wie die von Martin Guder, Christoph Rauscher oder Dennis Michaelis und Laura Dreßler. Und da sei das Ergebnis jetzt mal völlig dahingestellt, aber das sind für mich 3 Beispiele dafür, wie man versuchen sollte im Rahmen seiner Abschlussarbeit etwas Neues zu entwickeln, Fragen zu beantworten oder auch Probleme zu lösen. So richtig mit Konzept und Nachdenken und so.

Ich werde mir jedenfalls alle Mühe geben, für meine Abschlussarbeit eine Aufgabenstellung zu finden, die diesen Vorstellungen gerecht wird. Das diese Themenfindung unter Druck alles Andere als einfach ist, habe ich zwar im Zuge unseres Buchprojektes auch schon gelernt, aber das sollte doch wohl zu schaffen sein.


Black Swan

0

WAS. FÜR. EIN. SEMESTER. Im 1. Semester bin ich noch mit Manu durch die Flure gegangen und wir haben gesagt, wir wollen im 2. Semester unbedingt mehr eigene Projekte nebenbei machen und was ist passiert? Wir hatten mehr Arbeit, als wir es uns je hätten träumen lassen. Die letzten 2-3 Wochen haben wir eigentlich immer bis mindestens 2 Uhr an unserem Kram gesessen. Das Tolle daran ist natürlich, jetzt zu sehen, wie man die Projekte beendet und wie viel man in einem Semester geschafft hat.

In den nächsten Tagen werde ich so nach und nach einiges davon zeigen. Den Anfang mache ich mit meiner Abschlussarbeit aus dem Studiofotografie Kurs, welchen ich belegt hatte und von dem ich mir ehrlich gesagt so viel mehr erhofft hatte. Nun ja, ich habe danach freiwillig auch noch den 3D & Motiondesign Kurs besucht und das war eine sehr gute Entscheidung, die hoffentlich in den Semesterferien in einen kleinen Film mündet. Zurück zur Studiofotoaufgabe. Zum Abschluss des Kurses galt es, einen Film mit einem Foto zu visualisieren bzw. auf den Punkt zu bringen.

Ich wollte schon immer mal was mit einer Ballettänzerin machen und nutzte dann die Chance indem ich mich für “Black Swan” entschied. Für diejenigen, die den Film nicht kennen: Grob geht es um eine Ballettänzerin mit psychischen Problemen. Mein Bild zeigt die, auf den ersten Blick perfekte Ballerina, bei der man erst bei genauerem Hinsehen die Probleme erkennen kann. Das Foto entstand an dem Tag leider unter ziemlichem Zeitdruck, sodass ich unbedingt noch einmal mit Lisa zusammenarbeiten möchte. Sie hat aber auch in der Kürze der Zeit einen fantastischen Job gemacht hat. Danke Lisa. Danke auch Pepita für die Vermittlung des Kontakts und mal wieder Danke Karl für die Hilfe. (Ich hab dann noch was für dich demnächst.)

 


Wenn ein Studium in Stress ausartet

4

Wer konnte damit rechnen? Nachdem wir im 1. Semester noch sehr entspannt durch die Uni spazierten, artet die ganze Veranstaltung nun im 2. Semester in, ich möchte es fast Stress nennen, aus. Das hängt wohl damit zusammen, dass wir in Typografie ein Buch machen werden, in Farbe und Form jede Woche Farbsensibilisierungsaufgaben für zu Hause bekommen, die mit Pinsel und Acrylfarbe bearbeitet werden wollen und das “Pech” haben, auch den Fotokurs in unserem Stundenplan zu finden. Natürlich ist dieses Pech, trotz des zeitlich hohen Aufwands, eher ein Glücksfall für mich, da ich ja ein ausgesprochen großer Fan der Fotografie bin.

Der Einstieg in diesen Fotokurs ist ein analoger, so kam es, dass wir vergangene Woche Fotogramme erstellen mussten. Und mit Fotogramme erstellen meine ich, wir standen an einem super schönen Frühlingstag, 7 Stunden im roten Licht des Fotolabors. Ähnlich, verhielt es sich mit der 2. Aufgabe, 3 Fotos mit einer Lochkamera aufnehmen und Positivabzüge erstellen. Und mit ähnlich meine ich, dass ich Freitag 7 und Samstag 6 Stunden in der Uni und im Fotolabor verbrachte um 3 gescheite Fotos zu produzieren. Insgesamt war das aber schon eine coole Erfahrung, wie man mit so einem Schuhkarton respektable Fotos produzieren kann. Als Thema für meine 3er Serie wählte ich: Semesterferien.


1/8

2

Wisst ihr was mir in den letzten Tagen wieder sehr klar geworden ist? Ich möchte etwas studieren und anschließend als Beruf ausüben, was mir Spaß macht. Wie oft ich in den letzten Tagen oder auch Wochen gelesen habe, wie viele meiner Freunde oder Bekannten keine Lust mehr auf das Lernen, ihr Studium, ihre Ausbildung oder ihren Job haben, ist bemerkenswert. Und ich frage mich warum tut ihr euch das an?

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich diese Worte auf meinem alten Blog. Seit ca. einer Woche ist nun das erste von acht Semestern meines Studiums rum und bis jetzt ist das alles ziemlich super. Wenn ich jetzt rückblickend meinen Eintrag lese, kann ich mir selbst eigentlich nur noch einmal Recht geben. Ich bin verdammt froh den aktuellen Weg gewählt zu haben. Vor einer Weile las ich mal einen Artikel, in dem jemand sagte, wenn zu viele Tage hintereinander nervig sind und keinen Spaß machen, muss man etwas ändern. Ich habe schon lange nicht mehr das Gefühl gehabt etwas ändern zu müssen. Mir fällt auf Anhieb keine Woche ein, die ich nicht gut fand. Ich freue mich tatsächlich fast jeden Abend darauf, am nächsten Tag in die HTW zu fahren und Dinge zu tun, die mir Spaß machen. Natürlich gibt es auch Kurse und Tage die nicht flauschig rosa tutti frutti sind, aber alles andere wäre wohl abnormal.

Das Beste ist, dass auf Dingen, die ich früher irgendwie zwischen Schule und Training so dazwischen quetschte, mittlerweile mein Hauptfokus liegt. Ewig, wollte ich zum Beispiel einen Einstieg in die Welt des Webdesigns finden, dass ist mir im 1. Semester gelungen. Noch Anfang Oktober hatte ich absolut keinen Durchblick, vor wenigen Wochen habe ich nun ein Projekt umgesetzt an dessen Ende ein Tumblr steht, der sogar responsive ist. Das überrascht mich selbst. Das Studium bietet einem eben die zeitlichen Möglichkeiten an den Projekten eine Menge zu lernen, sofern man sich denn selbst ein bisschen fordert. Kurioserweise führte dieser Kurs zu meiner bisher schlechtesten Note, aber Noten sind eh so eine Geschichte … Um die Noten geht es hier glaube ich nicht, sondern eher darum so viel wie möglich zu lernen.

tl;dr: Macht etwas, was euch Spaß macht.

 

 


Dinge über die ich in letzter Zeit nachdachte – Teil 2: Fotolocation Datenbank

18

Ich halte eigentlich nichts von Vorsätzen für das neue Jahr, ganz einfach aus dem Grund, dass ich es völlig unsinnig finde etwas zum 1. Januar zu ändern, obwohl man das auch einfach so ändern könnte. Im Endeffekt ist es ja nur eine Ausrede um irgendwas wieder ein paar Tage zu verschieben. Andererseits zieht man am Jahresende schon irgendwie Bilanz und denkt mal drüber nach wie es weitergehen soll. Ich habe mir tatsächlich vorgenommen mehr zu fotografieren, viel mehr. Das Ganze hat bisher sogar so gut fotografiert, dass ich dieses Jahr noch nicht einmal mit der Kamera unterwegs war und der erste Monat des Jahres um ist. Hängt wohl mit dem nahenden Semesterende und den anstehenden Abgaben und Prüfungen zusammen. Ausreden, ich sags ja.

Teil dieses Vorsatzes war es auch mehr Menschen zu fotografieren. Nun schreibe ich mir seit geraumer Zeit Ideen für Fotoserien auf und stoße häufig auf das Problem, dass mir für meine Idee kein Ort einfällt an dem diese umsetzbar wäre. Beispiele: Ich möchte Porträtfotos mit einer Frau machen, als Kulisse würde ich gerne moderne Architektur nutzen. Dann habe ich da noch diese Idee für die ich einen Ort mit besonderer Lounge Atmosphäre benötige. Verzierte Sessel, blutrote Wand, dramatisch, usw … Die Frage ist jetzt, wie komme ich an diese Locations?

1. Man bemüht Google
2. Augen offenhalten im Alltäglichen Leben
3. Fotocommunities wie Flickr, Fotocommunity, etc. durchsuchen
4. In Fotoforen nach Empfehlungen Fragen bzw. suchen

Für mich war bisher keine dieser Methoden zielführend. Entweder war es zu ineffizient, zu zufällig oder ich stieß auf den heiligen Gral der Fotolocations: Lost Places. In einschlägigen Fotocommunities wird man den Eindruck nicht los, Menschen könnte man nur in Lost Places fotografieren. Und dann wäre da noch fotolocations.de/, eine Seite, die ich für ungefähr so nützlich halte, wie einen gebrochenen Fuß beim Marathonlauf.

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder irgendjemand erklärt mir jetzt in denKommentaren einen praktikablen Weg mein Problem zu lösen oder ich werde mir ernsthaft darüber Gedanken machen etwas zu bauen, dass mein Problem löst. Eine Webseite, auf der man Fotolocations eintragen, finden und besprechen kann. Im Prinzip also fotolocations.de, nur in gut. Das heißt, vernünftige Usability, gute Filtermöglichkeiten und die ganze Seite in hübsch. Außerdem kann man das ganze natürlich konzeptionell noch deutlich ausbauen und sinnvolle Features einbauen. Als ich letztens mit Manuel über diese Idee sprach, kam er zum Beispiel spontan auf die Idee, man müsste für jede Location den stündlichen Sonnenstand anzeigen lassen können. Da ist also definitiv einiges möglich.

Ich bin sehr gespannt, was die Fotografen unter euch zu diesem Beitrag zu sagen haben. Ob Bedarf für solch eine Datenbank besteht oder ob ich einfach einen Weg übersehen habe, der mir die Suche nach Fotolocations stark erleichtern würde.


Dinge über die ich in letzter Zeit nachdachte – Teil 1: Tagesaktuelle Öffnungszeiten

0

Gelegentlich denke ich über Dinge nach. Über Dinge ganz unterschiedlicher Natur. Meist dann, wenn mich etwas im alltäglichen Leben stört oder ich im Internet einen bestimmten Service vermisse.

Dieser Tweet von Stefan zum Beispiel erinnerte mich mal wieder an etwas sehr ärgerliches. Geschäfte oder Filialen, die aus irgendwelchen sonderbaren Gründen ausgerechnet an dem Tag, an dem man sie aufsucht, geschlossen haben. Vorher hat man sich extra noch die Öffnungszeiten auf der Webseite angeguckt, half aber nichts da diese Schließung dort nicht kommuniziert wurde. Ich stand auch schon mal vor einer Filiale der Deutschen Post, die leider schon um 13:00 Uhr schließen musste. Ein anderes Problem sind so Sachen wie verkaufsoffene Sonntage zu Weihnachten. Man kann sich nicht so wirklich sicher sein, dass der Buchladen, den man beim Spaziergang besuchen möchte offen hat. Dann muss man vorher anrufen oder auf gut Glück zum Laden spazieren. Das ist alles suboptimal.

Wieso sind Geschäfte nicht in der Lage tagesaktuelle Öffnungszeiten bzw. Änderungen und Besonderheiten bezüglich dieser tagesaktuell zu kommunizieren? Ich vermute das liegt daran, dass die Mitarbeiter der Geschäfte in 99% der Fälle keine Möglichkeit oder keinen Auftrag haben diese Art von Informationen auf der Webseite einzupflegen. In wiederum 99% wird das daran liegen, dass die Mitarbeiter diese Änderungen gar nicht einpflegen können, da sie Typo3 oder solche Systeme nicht beherrschen, oder erst gar keinen Zugang zur Webseite haben um das zu tun. Irgendwie nachvollziehbar.

Wie wäre es, würden Firmen, Geschäfte und Filialen einen Twitter Account auf ihrer Webseite einbinden, der nur einen Zweck erfüllt, anzeigen ob das Geschäft geöffnet hat. Im Idealfall wird kommuniziert, dass sofern nichts anderes getwittert wird, wie gewohnt geöffnet ist. Im Falle einer Schließung, lässt sich diese in minutenschnelle mitteilen. Die Bedienung von Twitter dürfte wohl eine Hürde sein, die für die meisten Angestellten nach einem kurzen Briefing kein Problem mehr darstellt. Das könnte unser aller Leben besser machen und den Läden viele verärgerte Kunden ersparen. Denke ich.

Just saying.


Analoges Comeback

0

Nein, ich habe nicht vergessen, dass ich einen Blog habe.

In den letzten Wochen habe ich allerdings einerseits nicht besonders viel und außerdem auch noch analog fotografiert. Anfang des Jahres erwähnte mein Opa seine alte EXA, eine Analogkamera aus DDR Zeiten, die ich natürlich sofort haben wollte um zu testen, ob sie denn wirklich noch funktionsfähig ist. Ich habe das mit dem Test dann länger warten lassen, als ursprünglich geplant und raffte mich erst vor 3-4 Wochen auf und kaufte mit meinem Kommilitonen Manuel zusammen einen Ilford Schwarz/Weiß Film. Auch Manuel hatte nämlich eine alte Kamera bekommen. Die sieht vielleicht verschärft aus …

Die letzten Wochen hatte ich also des Öfteren die alte EXA 1c dabei und machte am Sonntag dann endlich meinen ersten Analogen Film, seit schätzungsweise mindestens 10 Jahren, voll. In meiner frühen Kindheit war ich im Urlaub nämlich immer mit so einer Olympus Knipse unterwegs und fotografierte wild in der Gegend rum. Der künstlerische Anspruch der Bilder von damals sei mal dahingestellt, aber ich würde schon behaupten, dass mich das gut an die Fotografie herangeführt hat.

Gestern nahm sich dann unsere super nette Kommilitonen Hyran die Zeit und zeigte uns wie wir unsere Filme im Labor der HTW selbst entwickeln können. Wir verbrachten solide 3,5 Stunden im Labor, entwickelten unsere Filme und erstellten erste Abzüge. Und Junge, hab ich mich gefreut die Bilder zu sehen. Wie ein kleines Kind. Ich muss dazu sagen, dass mein Film ca. beim 33. Bild gerissen ist und ich das beim Fotografieren schon gemerkt hat, dass da irgendwas nicht gestimmt hat. Seit diesem Zeitpunkt hatte ich tierische Angst keine Bilder zu Gesicht zu bekommen.

Ich bekam dann aber doch Bilder zu Gesicht.Irgendwie ist es tatsächlich etwas magisches seinen ersten großen Abzug in der Hand zu halten, der komplett manuell entstanden ist. Die Kamera hat weder Autofokus noch einen Belichtungsmesser, den Film haben wir selbst entwickelt und die Abzüge auch selbst erstellt.

Mein bisheriges Fazit ist, dass die analoge Fotografie, wie viele es ja immer nennen, brutal entschleunigt und zwar positiv. Vergleiche ich jetzt, welchen Wert diese ersten beiden Fotos, welche ich gestern vergrößerte, für mich haben, ist dieser um ein Vielfaches größer als der meiner digitalen Bilder.

Und hier jetzt die ersten beiden Bilder meines analogen Comebacks, die leider besonders beim Scannen einiges ihrer Qualität und Ausdruckskraft verloren haben. Und überhaupt ist es etwas ganz anderes die Fotos auf A4 in der Hand zu halten. Und ja, das Bild von der Fleischerei ist leider nicht so gut vergrößert, werd ich noch mal besser machen. Der Kamera selbst werde ich in den kommenden Tagen auch noch einen Eintrag widmen, wer es gar nicht abwarten kann, es ist diese hier.


Whats App ist tot, es lebe Whats App.

0

Es ist ja so, dass ich Facebook des Öfteren kritisiere und offensichtlich nicht der größte Fan des sozialen Netzwerks bin. Nicht zuletzt würde ich definitiv Twitter bevorzugen, würde man mich vor die Wahl zwischen den Beiden stellen. Ich sehe Facebook allerdings immer noch als den schnellsten und einfachsten Weg um mit verschiedenen Leuten in Kontakt zu kommen. Im Prinzip nutze ich es also überwiegend für meinen privaten Mailkontakt und könnte auf die öffentlichen Funktionen weitestgehend verzichten. Bisher gab es da einen großen Haken: Verließ man die heimischen Gefilde, war man, sofern man ein Smartphone besitzt, mit der Facebook App konfrontiert. Und ich möchte es mal so ausdrücken, die Mail und Chatintegrtion in dieser App waren, nun ja, bescheiden. Nachrichten wurden nicht angezeigt, nicht versendet, im Chat wurde angezeigt es sei niemand online bzw. man selbst sei nicht online, usw. Es war eine totale Katastrophe.

Scheinbar war dieser Zustand für viele Menschen so unhaltbar, dass die Lösung WhatsApp war. Auch für mich. Der definitive SMS Ersatz also, der eigentlich auch Facebook hätte sein können. WhatsApp hat allerdings auch einen gravierenden Nachteil, es gibt keinen Desktop Clienten. In der Praxis bedeutete das, dass ich oft zu Hause am Computer saß und dann per Handy Nachrichten mit Leuten austauschte die unterwegs waren und mich deshalb über WhatsApp anschrieben.

Vor einiger Zeit schaffte Facebook nun zum Glück Abhilfe für dieses Problem indem es eine Messenger App vorstellte, die im Prinzip nichts anderes ist als eine separate App, welche nur die Nachrichten Funktion der Standard App enthält. Diese bündelt zudem Facebook Chat und Nachrichten und funktioniert außerdem einwandfrei. Es handelt sich hier im Prinzip um WhatsApp + einen Desktop Clienten von einem Netzwerk bei dem bis auf 13 Leute eh schon jeder angemeldet ist und nutzt. WhatsApp hat quasi keine Daseinsberechtigung mehr, es sei denn man hat keinen FB Account. Logisch.

Irgendwas sagt mir jedoch, dass es auch weiterhin Leute geben wird, die weiterhin WhatsApp nutzen werden, schließlich lebt auch der IE6 noch.

 

Dieser Beitrag wurde gestiftet von der Gesellschaft für “Blogeinträge-die-Manuel-davon-abhalten-sollen-unnötigerweise-nutzlose-Apps -auf-seinem-neuen-iPhone-zu-installieren”.


Turteltauben

1

Seit ein paar Wochen versuche ich mich zu zwingen meine Kamera öfter einzupacken und zwar mit dem Ziel mehr zu fotografieren. Mit dem Einpacken ist es aber leider irgendwie nicht getan. Schließlich habe ich dann immer noch die Ausrede, die Kamera wäre noch eingepackt und es würde sich nicht lohnen sie jetzt rauszuholen. Der nächste Schritt ist also die Kamera wirklich in die Hand zu nehmen und sie so mit mir herumzutragen, denn das bedeutet: keine Ausreden mehr.

So kam es gestern Abend, dass ich auf die Bahn wartend auf dem U-Bahnhof Kottbusser Tor stand. Mit meiner Kamera in der Hand. Und dann war da dieses Paar, welches sich die ganze Zeit verliebt anguckte und miteinander turtelte. Ich beobachtete das ein bisschen und war mir sicher ich würde die beiden fotografieren wollen. So richtig schnell konnte ich mich nicht überwinden die Kamera auf sie zu richten, tat es dann aber doch und schoss dieses Foto. Wenig später wiederholte ich diesen Vorgang und lichtete einen älteren Herren ab, der auf einer Bank in seine Zeitung vertieft war.

Ich meine schon mal ein paar Sätze zur Streetfotografie und meinem Interesse daran verloren zu haben und ich kann meine Meinung nur bestätigen, dass diese Art der Fotografie sehr viel Spaß macht und irgendwie etwas ganz anderes ist, als das was ich sonst so mache.

 

 


Life In A Day

0

Gestern Abend habe ich mir Life In A Day angeguckt und ich muss sagen, es handelt sich bei diesem Film zweifelsohne um ein historisches – vielleicht sogar DAS historische Werk unserer Zeit. Die Idee ist denkbar einfach, die Umsetzung war vermutlich ungleich schwieriger. Regisseur Kevin Macdonald kreierte aus 4500 Stunden Filmmaterial, welches am 24. Juli 2010 auf Youtube hochgeladen wurde, einen 1 1/2 stündigen Film. Der Film unserer Menschheit an diesem einen Tag. Berechtigterweise denkt man sich zuerst, dass bei so einer Idee zwangsläufig ein langatmiges Stückwerk entstehen musste, dass ist aber absolut nicht der Fall. Ich begann den Film nur nebenbei zu gucken und wurde mit der Zeit immer aufmerksamer, bis ich am Ende nur noch auf den Film fokussiert war.

Life In A Day ist einfach so unfassbar gut, wenn man bedenkt, dass dieser Film die Zeit in der wir leben für immer konservieren wird. Vielleicht gucken sich in 200 Jahren unsere Nachfahren diesen Film an und können sich so ein sehr gutes Bild davon machen, wie wir lange vor ihrer Zeit lebten. Life in A Day zeichnet ein sehr breites Bild unserer Zeit, man sieht arm und reich, traurig und glücklich, Liebe und Hass. Es gibt eine absolut epische Fallschirmsprungszene, die Geburt eines Giraffenbabys, die tragischen Geschehnisse der Loveparade, unzählige Einzelgeschichten, die die Videos der Menschen von diesem Tag erzählen und alles verschmilzt zu einem Film und wirkt dabei am Ende irgendwie nicht nach einem zusammenhangslosem Stückwerk. Es ist eine großartige Arbeit von Kevin Macdonald, guckt euch Life in A Day unbedingt an.